Ratgeber

Wer die Vorgänge kennt, die sich im Ohr abspielen, geht leichter mit einer Hörminderung um. Hier das Portrait eines wunderbaren Organs:
1. Das äußere Ohr
Der sichtbare Teil, die Ohrmuschel an unseren Köpfen, ist nur ein Teil des Ganzen. Das äußere Ohr erstreckt sich von der Ohrmuschel über den Gehörgang bis zum Trommelfell. Die Ohrmuschel nimmt wie ein Trichter die Geräusche aus unserer Umwelt auf und leitet sie über den Gehörgang zum Trommelfell weiter. Das Trommelfell wird durch den Schall in Schwingungen versetzt, die über die Gehörknöchelchen weitergegeben werden. In der Nähe der Ohrmuschel bilden Drüsen Ohrenschmalz, das Schmutz und Staub auffängt. Das Ohrenschmalz entsorgt sich selbstständig aus dem Ohr. Wattestäbchen haben im Ohr nichts zu suchen, sie verletzen die sehr empfindliche Gehörgangshaut und schieben das Ohrenschmalz tief in die Gehörgänge. Damit wird der Selbstreinigungsprozeß verhindert.
2. Das Mittelohr
Sie kennen das Gefühl, wenn Sie mit einem Aufzug fahren oder im Flugzeug fliegen und „Druck auf den Ohren” haben? Dieser Vorgang spielt sich im Mittelohr ab. Der luftgefüllte Raum ist nach vorne unten über einen Kanal (Tube) mit dem Nasenrachenraum verbunden und gleicht den Luftdruck im Mittelohr beim Schlucken der Umgebung an, damit das Trommelfell frei schwingen kann. Die Schwingungen werden über die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel, benannt nach ihrer Form) verstärkt und zum Innenohr weitergeleitet.
3. Das Innenohr
Das Innenohr ist schneckenförmig aufgewunden und wird daher auch als Hörschnecke bezeichnet. In der Schnecke wandeln Hörsinneszellen die Schallschwingungen in elektrische Impulse um. Diese werden vom Hörnerv dem Gehirn zugeleitet, das sie als Sprache, Musik oder auch als Straßenlärm identifiziert. Oberhalb der Hörschnecke befinden sich die Bogengänge, das Gleichgewichtsorgan. Gerät es auf See durcheinander, äußert sich das bei Ihnen als Schwindel und Übelkeit.
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