Wenn einer fragt; Has dau dat geheert?“ und der andere antwortet „Wat?! – dann wie man nicht immer sofort: Braucht der ein Hörgerät, oder war das einfach nur „Moselfränkisch? So Bürgermeister Peter Döpgen in seiner Grußrede anlässlich 50 Jahre BECKER Hörakustik in Zell, zu der das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde auf den Marktplatz eingeladen hatte. Mit viel Nähe zur Region und einem guten Gespür für die Besonderheiten der moselfränkischen Sprache schlug Peter Döpgen zugleich die Brücke zum Jubiläum von BECKER Hörakustik.
Seniorchefin Brigitte Hilgert-Becker erinnete in ihrer Ansprache daran, dass da, wo jetzt gefeiert wurde, ausgerechnet an dem Tag, an dem die neuen Geschäftsräume bezogen werden sollten, das Wasser meterhoch stand. Gemeinsam mit dem beim Jubiläumsfest mitfeiernden BECKER-Team blickte sie auf diese bewegte Zeit zurück. Heute betreut das Team die Kundinnen und Kunden des Hauses vom hochwassersicheren Standort auf dem Barl aus.
Eine besondere Augenweide war die Teilnahme der Weinmajestäten: Weinkönigin Alina und Weinprinzessin Solveig gratulierten der Firmenchefin und bereicherten den Nachmittag mit ihrer Anwesenheit.
Für die passende musikalische Begleitung sorgte die Gruppe Mouldahaaf. Sandra Werner mit Gesang und Flöte, Thomas Werner an Gitarre, Bass und Gesang sowie Manfred Kupp mit Piano, Mundharmonika, Percussion und Gesang brachten die moselfränkische Sprache musikalisch auf die Bühne. Mit bekannten Liedern, regionalen Klängen und viel Spielfreude sorgte das Trio für eine ausgelassene Stimmung auf dem Marktplatz.
Auch die „Plattschwätzer“ der Region kamen ausführlich zu Wort. Walter Becker, der als 2. Vorsitzender der Mundart-Initiative Cochem-Zell aktiv ist, nahm das Publikum mit auf eine besondere „Weinprobe“, die kurzerhand zu einem kleinen Mundart-Seminar wurde. Mit viel Humor und zahlreichen sprachlichen Besonderheiten zeigte er, wie viel Geschichte und regionale Identität in den Worten steckt, die an der Mosel bis heute gesprochen werden.
Werner Arbogast sorgte mit seinen frechen „Mundartstückelscher“ für zahlreiche Lacher und bewies, dass die moselfränkische Sprache durchaus auch eine gehörige Portion Schalk verträgt.
Peter Stork widmete sich mit „Et gibt immer meh Alte“ einem Thema, das beim Publikum ebenfalls für Schmunzeln sorgte. Mit bissigem Humor und einer von Lebenserfahrung geprägten Perspektive nahm er die nachfolgenden Generationen ins Visier und zeigte, dass auch gesellschaftliche Themen in Mundart besonders pointiert auf die Bühne gebracht werden können.
Marianne Justen schlug anschließend leisere und zugleich besonders persönliche Töne an. Unter dem Titel „Merl – wie et früher wor“ nahm sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise in vergangene Zeiten und Erinnerungen aus dem Ort. Geschichten aus früheren Jahren wurden dabei lebendig und machten deutlich, wie eng Sprache, persönliche Erinnerungen und die Geschichte eines Ortes miteinander verbunden sind.
Wie gut die Mischung aus Musik, Mundart und Geschichten beim Publikum ankam, zeigte sich am voll besetzten Marktplatz: Rund 150 Gäste waren dabei, lachten, hörten zu, sangen mit und kamen miteinander ins Gespräch. Für die passende Bewirtung sorgte die Weinlounge. Genau dieses gesellige Miteinander machte den Nachmittag für BECKER Hörakustik zu einem besonderen Jubiläumsmoment.
Denn gutes Hören bedeutet gerade bei einem solchen Nachmittag mehr als das bloße Verstehen einzelner Worte. Es bedeutet, Gesprächen folgen zu können, gemeinsam zu lachen, Musik zu genießen und Erinnerungen miteinander zu teilen. Es bedeutet, dabei zu sein und mittendrin zu bleiben. Damit passte der Mundartnachmittag auch ganz unmittelbar zum Selbstverständnis von BECKER Hörakustik: „Verstehen. Unterhalten. Dabeisein. Ich geHöre dazu!“
Bei einem Preisrätsel konnten die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen über die Geschichte von BECKER Hörakustik in Zell unter Beweis stellen. Gefragt wurde unter anderem, womit Theo Hilgert im Jahr 1993 zur Eröffnung des Fachgeschäfts am Zeller Marktplatz gekommen war.
Die richtige Antwort war angesichts der Geschichte des Ortes durchaus spektakulär: mit einem Boot. Denn die Eröffnung fiel in eine Zeit, in der Hochwasser den Zeller Marktplatz überschwemmt hatte. Ein historisches Foto aus dieser Zeit, das den überfluteten Marktplatz zeigt, wurde während der Veranstaltung herumgereicht und sorgte bei vielen Gästen für staunende und erinnerungsvolle Momente. Der Ort, an dem heute gemeinsam gefeiert wurde, war auf dem Bild kaum wiederzuerkennen.
Am Ende durfte sich eine glückliche Gewinnerin über einen ganzen Karton Zeller Stadtwein freuen, den die Stadt Zell für das Preisrätsel zur Verfügung gestellt hatte. Brigitte Hilgert-Becker überreichte den Gewinn persönlich.
Als Dank für ihren Einsatz und ihre besonderen Beiträge erhielten anschließend auch die Musiker und Redner einen Zeller Stadtwein von BECKER Hörakustik. Damit fand ein Nachmittag seinen passenden Abschluss, der ganz im Zeichen dessen stand, was auch das 50-jährige Bestehen von BECKER in Zell ausmacht: Verbundenheit mit der Region, persönlicher Kontakt und die Freude daran, miteinander ins Gespräch zu kommen.
„Hos‘ de gehiert?“ war damit nicht nur der Titel des Nachmittags, sondern gleichzeitig die passende Frage für ein Jubiläum, bei dem sich alles um Sprache, Hören und Verstehen drehte. Nach 50 Jahren BECKER Hörakustik in Zell darf die Antwort eindeutig ausfallen: Jooo!“ BECKER Hörakustik bedankt sich bei der Stadt Zell, allen Mitwirkenden, den Musikerinnen und Musikern, den Mundart-Akteuren sowie bei den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern für einen wunderschönen und geselligen Jubiläumsnachmittag auf dem Zeller Marktplatz.







