 |
Schwerhörig und beinah vergessen
Es begann mit einen Bericht in der Tageszeitung: Hier wurde im Juni vergangenen Jahres von einer Initiative berichtet, die sich um die Verbesserung der nur rudimentär vorhandenen räumlichen Ausstattung der Schule für Gehörlose und Schwerhörige in Plovdiv/Bulgarien kümmert. Interessiert las Brigitte Hilgert-Becker von BECKER Hörakustik diesen Artikel und setzte sich bald mit Dr. Karl-Jürgen Wilbert, Hauptgeschäftsführer der HWK Koblenz, in Verbindung, der diese Hilfsaktion angeregt hatte. Auf ihre Frage hin, ob die dort untergebrachten Kinder mit Hörgeräten ausgestattet seien, musste sie zu ihrer großen Überraschung erfahren, dass die 200 Kinder über nahezu keine Hörgeräte verfügen.
Juniorchef Dan Hilgert-Becker besuchte daraufhin im September 2007 in Kooperation mit der HWK Koblenz die Gehörlosenschule in Plovdiv. Im Gepäck hatte er Geräte und Material, um individuelle Messungen und Ohrabformungen vorzunehmen, – und jede Menge Power für sein ehrenamtliches Engagement. In Plovdiv angekommen aber erschloss sich ihm das wirkliche Drama. „Neben den desolaten baulichen und hygienischen Gegebenheiten war auch die technische Ausstattung der Schule in katastrophalem Zustand“, erinnert sich Dan Hilgert-Becker. „Und damit war auch die Versorgung der Kinder und ihre medizinische Betreuung völlig unzureichend.“ So stellte sich dann auch bei den ersten von ihm durchgeführten Hörtests heraus, dass viele Kinder noch über ein ausreichendes Resthörvermögen verfügen, sich in der Schule aber ausschließlich über Gebärdensprache verständigen! „Das ist in etwa so, wie wenn ein kurzsichtiges Kind Blindenschrift erlernen würde“, erklärt Hilgert-Becker.
BECKER Hörakustik hat es sich zur Herzenssache gemacht, diesen Kindern zu helfen und es ist dem Unternehmen gelungen, von renommierten Hörgeräte-Herstellern die dazu notwendigen Hörgeräte gesponsert zu bekommen. Und so ist Dan Hilgert-Becker jetzt zum zweiten Mal nach Plovdiv unterwegs – dieses Mal mit 200 fabrikneuen Hörgeräten, die nun unter seiner Federführung mit viel Zeit und Fingerspitzengefühl vor Ort angepasst werden. Dies ermöglicht den Kindern endlich ein ausreichendes Hören – für viele zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt! „Bei aller Belastung und Fassungslosigkeit über die Situation an der Gehörlosenschule gibt mir das befriedigende Gefühl, die Kinder mit unsere Arbeit in ihrer intellektuellen und sprachlichen Entwicklung zu unterstützen, viel Energie für meine Arbeit in Plovdiv“, resümiert Dan Hilgert-Becker.
aus Blick Aktuell Koblenz, 16.2.08 -emb-
|
 |
|